„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist ...“
Mt, 22,21

… aber nicht zuviel

Künstlersozialabgabe

Wer regelmäßig Aufträge an selbständige Künstler oder Publizisten erteilt, ist zur Leistung einer Künstlersozialabgabe verpflichtet. Somit sind nicht nur die klassischen Verwerter künstlerischer Leistungen wie Theater, Verlage oder Werbeagenturen betroffen, sondern auch jedes Unternehmen,

  1. dass nicht nur gelegentlich Künstler oder Publizisten für Eigenwerbung und Öffentlichkeitsarbeit beauftragt bzw.
  2. dass nicht nur gelegentlich künstlerische oder publizistische Werke und Leistungen zur Erzielung von Einnahmen nutzen will (sog. Generalklausel), bspw. Produktdesign.

 

Höhe der Künstlersozialabgabe

Die Abgabe ist auf sämtliche Entgelte an selbständige Künstler und Publizisten eines Jahres anzuwenden. Hierzu gehören im Einzelnen:

+        Gagen, Honorare, Tantiemen, Lizenzen, Sachleistungen, Ausfallhonorare etc.

+        Vergütete Auslagen (z.B. Telefon, Fracht) und Nebenkosten (z.B. Material)

-          Nicht jedoch die Umsatzsteuer und Reisekostenvergütungen in den steuerlichen Grenzen

-          Nicht Zahlungen an juristische Personen (künstlerisch bzw. publizistisch tätige GmbHs, eingetragene Vereine etc.)

(Ein Abzug der Abgabe vom Honorar oder der Gage ist nicht zulässig. )

 

Der Abgabesatz wird jährlich neu festgesetzt:

2008

2009

2010

2011

2012

2013

2014

2015

4,9%

4,4%

3,9%

3,9%

3,9%

4,1%

5,2%

5,2%

 

Die Künstlersozialabgabe ist unabhängig davon zu leisten, ob der selbständige Künstler / Publizist in der KSK versichert ist und unabhängig davon, ob die Tätigkeit haupt- oder nebenberuflich ausgeübt wird oder ob die Person in Deutschland ansässig ist oder nicht.

 

Bagatellgrenze

Bei Unternehmen, die Eigenwerbung betreiben oder die unter die Generalklausel fallen, wird von Regelmäßigkeit erst dann ausgegangen, wenn die Summe der Entgelte an Künstler oder Publizisten pro Jahr 450,- € übersteigt.

 

Jährliche Meldung / Vorauszahlungen / Aufzeichnungspflichten

Abgabepflichtige Unternehmen müssen von sich aus bis spätestens 31.03. des Folgejahres auf dem von der KSK zur Verfügung gestellten Meldebogen die Summe der an Künstler / Publizisten gezahlten Entgelte melden. Daraufhin wird von der KSK die Abgabe ermittelt und eingefordert. Für das laufende Kalenderjahr sind monatliche Vorauszahlungen zu leisten, die von der KSK aufgrund der Vorjahresmeldung errechnet werden.

Die relevanten Entgelte sind mit Angabe des Zahlungstages und des Namens des Empfängers aufzuzeichnen. Dies kann in der laufenden Buchführung bspw. auf einem separaten Konto und unter ausreichender Verwendung des Buchungstextes geschehen. Teilzahlungen sind als solche zu kennzeichnen, so dass das Entgelt für die Gesamtleistung herleitbar ist. Verstöße gegen die Melde- und Aufzeichnungspflichten können mit Bußgeldern bis zu 50.000 EUR geahndet werden.

 

Besonderheiten bei GmbH-Gesellschaftern

Auch für Vergütungen an GmbH-Gesellschafter, die sozialversicherungsrechtlich als Selbständige angesehen werden (z.B. aufgrund einer Mehrheitsbeteiligung), kann unter Umständen eine Künstersozialabgabe fällig werden, wenn der Gesellschafter künstlerische oder publizistische Leistungen gegenüber seiner GmbH erbringt.

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